Ist Brasilien gefährlich? Sicherheit für Reisende

Ist Brasilien gefährlich für eine Urlaubsreise? Die Antwort hat zwei Seiten. Das Land hat eine hohe Kriminalitätsrate, die Vorsicht verlangt. Gleichzeitig zählte Brasilien von Januar bis September 2025 über 7 Millionen internationale Touristen – ein neuer Rekord und ein Zuwachs von 45 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Wer die regionalen Unterschiede kennt, die Hinweise der Behörden beachtet und sich im Alltag umsichtig verhält, kann das Risiko senken.

Reise- und Sicherheitshinweise Auswärtiges Amt: Wie gefährlich ist Brasilien für Touristen?

Das Auswärtige Amt stuft in seinen Reise- und Sicherheitshinweisen die Kriminalitätsrate und die Gefahr, Opfer eines Gewaltverbrechens zu werden, in Brasilien als hoch ein, besonders in den Großstädten. Auch das US-Außenministerium mahnt zur Vorsicht: Es stuft Brasilien auf Travel Advisory Level 2 (erhöhte Vorsicht) ein und nennt Gewaltkriminalität und Entführungsrisiko.

Von Reisen in die unmittelbaren Grenzgebiete zu Venezuela rät das Auswärtige Amt wegen hoher Kriminalität und organisierter Gewalt ab.

Trotzdem reisen viele Menschen ins Land. Die meisten Besucher kamen 2025 aus Argentinien (2,7 Millionen), gefolgt von Chile mit 604.000, den USA mit 564.000 und Europa mit insgesamt 537.500 Reisenden.

Kriminalitätsrate: die Zahlen

Brasilien verzeichnete 2025 rund 40.775 gewaltsame Todesfälle. Das entspricht einer Rate von etwa 19,1 pro 100.000 Einwohner. Das ist ein Rückgang von 8,2 Prozent gegenüber 2024 und der niedrigste Stand seit 2012.

Die Mordrate lag 2024 bei etwa 20,8 pro 100.000 Einwohner. Zum Vergleich: In Deutschland liegt die Mordrate bei circa 0,8 pro 100.000 Einwohner, in den USA bei circa 5,8 pro 100.000. Innerhalb Brasiliens gibt es dabei große regionale Unterschiede.

Regionale Unterschiede: Wo in Brasilien ist es am sichersten?

Der Süden Brasiliens (Santa Catarina, Paraná, Rio Grande do Sul) weist durchweg niedrigere Kriminalitätsraten auf als der Nordosten.

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Florianópolis im Bundesstaat Santa Catarina gilt als sicherste Hauptstadt Brasiliens mit einer Mordrate von 10,0 pro 100.000 Einwohner. Dieser Wert ist siebenmal niedriger als in der gefährlichsten Hauptstadt Macapá, die eine Rate von 71,3 verzeichnet. São Paulo folgt als zweitsicherste Hauptstadt mit 11,8 Morden pro 100.000 Einwohner, gefolgt von Brasília mit 14,3 und Cuiabá mit 16,2. Die Hauptstadt Brasília gilt im Vergleich zu anderen Großstädten als eine der sichereren Städte.

Am anderen Ende stehen Städte im Norden und Nordosten: Recife, Fortaleza und Belém gehören zu den gefährlichsten Städten Brasiliens und tauchen regelmäßig in weltweiten Rankings der gewalttätigsten Städte auf. Die Nordostküste (Salvador, Recife, Fortaleza, Natal) weist hohe Kriminalitätsraten auf; Touristen sollten in den Zentren und Strandzonen wachsam sein, besonders nachts.

Stadt / Region Mordrate (pro 100.000 Einw.) Sicherheitscharakteristik
Florianópolis (Santa Catarina) 10,0 Sicherste Hauptstadt Brasiliens
São Paulo 11,8 Zweitsicherste Hauptstadt des Landes
Brasília 14,3 Gilt im Vergleich zu anderen Großstädten als eine der sichereren Städte
Cuiabá 16,2 Viertniedrigste Mordrate unter den Hauptstädten
Macapá 71,3 Gefährlichste Hauptstadt Brasiliens
Nordostküste (Salvador, Recife, Fortaleza, Natal) Hoch Hohe Kriminalitätsraten; Wachsamkeit in Zentren und an Stränden, besonders nachts

Rio de Janeiro: Zona Sul und Copacabana

Die Kriminalitätsrate in Rio de Janeiro gilt als hoch. Die Sicherheitslage hängt stark vom jeweiligen Stadtteil ab. Die Zona Sul mit den Stadtteilen Copacabana, Ipanema, Leblon und Botafogo ist die touristische Hauptzone der Stadt. Hier gibt es mehr Polizei und die niedrigsten Kriminalitätsraten der Stadt. Tagsüber gilt die Zona Sul als vergleichsweise sicher.

Am Strand von Copacabana gibt es organisierte Diebstahlbanden („arrastão“), die in Menschenmengen Taschen und Wertsachen rauben. Von Strandspaziergängen bei Dunkelheit rät das Auswärtige Amt für Rio de Janeiro ausdrücklich ab.

Zu den bekannten Sehenswürdigkeiten an der Copacabana gehört das Copacabana-Fort (Forte de Copacabana). Es ist dienstags bis sonntags von 10 bis 19 Uhr geöffnet; der Eintritt von R$ 10 wird nur bar bezahlt. Die Strandpromenade der Copacabana erstreckt sich über eine Länge von 4 Kilometern. Ihr Wellenmuster aus handverlegtem portugiesischem Pflaster (Calçada Portuguesa) entwarf der Landschaftsarchitekt Roberto Burle Marx 1970. Es zählt zu den meistfotografierten Motiven Brasiliens.

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Favelas zwischen Kriminalität und Tourismus

Favelas wie Rocinha, Vidigal, Complexo do Alemão und Cidade de Deus werden von kriminellen Gruppen kontrolliert. Touristen sollten sie niemals ohne ortskundige Begleitung betreten.

Geführte Favela-Touren (beispielsweise durch Rocinha und Vidigal) werden von vielen Reiseveranstaltern angeboten. Mit einem Guide gelten diese Touren als sicher, solange die Regeln gelten: keine Fotos ohne Erlaubnis und nie allein losgehen.

Typische Risiken: Taschendiebstahl, Handyraub und digitale Fallen

Taschendiebstahl und Straßenraub sind die häufigsten Straftaten, die Touristen in Brasilien treffen. Sie passieren besonders in Menschenmengen, auf Märkten und an Stränden.

Handyraub ist in Brasilien ein Massenphänomen: Im Jahr 2025 wurden laut dem 20. Anuário Brasileiro de Segurança Pública landesweit 830.890 Handys gestohlen oder geraubt. Das sind im Schnitt 95 Handys pro Stunde.

Weitere Risiken:

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  • Bank- und Kreditkartenbetrug: Kartenbetrug ist in Brasilien weit verbreitet, insbesondere das Klonen von Karten an Geldautomaten und in Geschäften.
  • Dating-Apps: Über Dating-Apps arrangierte Treffen werden zunehmend für Überfälle und andere Straftaten missbraucht.
  • Überfälle auf Bootstouren: Es wird vereinzelt von Überfällen bei geführten Bootsfahrten im Amazonasgebiet berichtet.
  • Missbrauch als Drogenschmuggler: Touristen werden ohne ihr Wissen als Drogenkuriere missbraucht. Gepäck sollte niemals unbeaufsichtigt gelassen und keine Pakete für Fremde befördert werden. Von jeglichem Kontakt mit Drogen wird nachdrücklich abgeraten, da Drogendelikte in Brasilien mit hohen Haftstrafen geahndet werden.

Unterwegs: Uber statt Taxi

Auch die Wahl des Verkehrsmittels zählt. Uber ist in Brasilien flächendeckend verfügbar, gilt als sicherer als Straßentaxis und ist oft günstiger als offizielle Taxis. Zu den Sicherheitsvorteilen gehören der feste Fahrpreis über die App sowie die Registrierung des Fahrers.

São Paulo ist die Stadt mit den meisten Uber-Fahrten weltweit. Auch beim Preis lohnt sich der Fahrdienst: Eine Uber-Fahrt vom Flughafen Rio de Janeiro nach Copacabana kostet etwa 14 USD, während ein offizielles Taxi deutlich teurer ist.

Als brasilianische Alternative zu Uber steht die App 99 zur Verfügung (mit den Kategorien 99Pop, 99Taxi und 99Top). Sie ist oft 10 bis 20 Prozent günstiger als Uber und verfügt außerhalb von Rio de Janeiro und São Paulo über mehr Fahrer. Vor Fahrtantritt sollten Fahrgäste stets das Kennzeichen und das Fahrzeugmodell mit den Angaben in der App abgleichen, um Überfälle auf gefälschte Fahrten zu vermeiden.

Was sollte man in Brasilien vermeiden? Anleitung für sicheres Verhalten

Diese Regeln helfen, Gefahren zu vermeiden:

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  1. Unsichere Viertel meiden: Niemals allein oder nachts in unsichere Viertel gehen. Für Fahrten immer Taxis oder Uber nutzen und keine Mitfahrgelegenheiten von Fremden annehmen.
  2. Wertsachen verbergen: Wertsachen nicht öffentlich präsentieren. Teure Kameras und Smartphones sollten nur unauffällig genutzt werden.
  3. Zweithandy nutzen: Ein Zweithandy (Wegwerfhandy) für den Alltag mitnehmen und das wertvolle Smartphone im Hotelsafe lassen.
  4. Keine nächtlichen Strandspaziergänge: Nachts keine Strandspaziergänge unternehmen; davon rät das Auswärtige Amt für Rio de Janeiro ausdrücklich ab.
  5. Vorsicht bei Naturwanderungen: Wanderungen in Naturparks wegen Überfallgefahr nur in Gruppen auf markierten und belebten Wegen unternehmen.
  6. Geldabhebungen zeitlich planen: Geldautomaten nur tagsüber an Werktagen nutzen, möglichst in geschützten Vorräumen von Banken, um das Risiko von Karten-Klonen zu reduzieren.
  7. Keine Bekanntschaften ins Hotel mitnehmen: Keine Prostituierten oder flüchtige Bekannte mit ins Hotelzimmer nehmen.
  8. Alkoholverbot am Steuer einhalten: Für Autofahrer gilt ein absolutes Alkoholverbot (0,0 Promille); Verstöße werden mit hohen Strafen geahndet. Zudem sollten Nachtfahrten vermieden werden.
  9. Kleidungsregeln beachten: „Oben ohne“ und FKK sind in Brasilien nicht erlaubt. Das Wechseln der Kleidung in der Öffentlichkeit kann als Erregung öffentlichen Ärgernisses verfolgt werden.
  10. Badehinweise in Recife beachten: An den Stränden der Metropolregion Recife ist wegen Haiangriffen Vorsicht geboten; Warnhinweise sind strikt zu beachten.

Für queere Reisende gilt: LGBTIQ-Reisende haben in Großstädten in der Regel keine Probleme; die Akzeptanz ist dort gut ausgeprägt.

Wichtige Notrufnummern und Anlaufstellen im Ernstfall

Diese Nummern und Stellen helfen im Notfall. Die europäische Notrufnummer 112 soll in Brasilien auf die 190 (Polizei) umgeleitet werden; sicherer ist es, die 190 direkt zu wählen.

  • Polizei (Polícia Militar): 190 – für Straftaten und Notfälle.
  • Rettungsdienst (SAMU): 192 – für medizinische Notfälle, landesweit kostenlos.
  • Feuerwehr (Corpo de Bombeiros): 193
  • Touristenpolizei (DEAT): Die Delegacia Especializada de Atendimento ao Turista in Rio de Janeiro hilft Touristen bei Diebstahl, Passverlust und anderen Delikten.
  • Deutsche Botschaft Brasília: Die Notfallbereitschaft ist rund um die Uhr unter der Telefonnummer +55 61 3442-7000 erreichbar (für Passverlust, Festnahme oder andere Notfälle).

Häufige Fragen zu Sicherheit in Brasilien

Ist Brasilien gefährlich für Touristen?

Das Auswärtige Amt stuft die Kriminalitätsrate und die Gefahr, Opfer eines Gewaltverbrechens zu werden, als hoch ein, besonders in den Großstädten. In der Praxis sind Urlauber vor allem von Taschendiebstahl und Straßenraub betroffen. Wer die Sicherheitshinweise beachtet und Risikogebiete meidet, senkt die Gefahr.

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Ist Brasilien ein sicheres Reiseland?

Brasilien ist bereisbar, verlangt aber Aufmerksamkeit. Von Januar bis September 2025 kamen über 7 Millionen internationale Touristen. Das Auswärtige Amt stuft die Kriminalität als hoch ein, das US-Außenministerium rät mit Level 2 zu erhöhter Vorsicht.

Wo in Brasilien ist es am sichersten?

Der Süden Brasiliens (Santa Catarina, Paraná, Rio Grande do Sul) weist niedrigere Kriminalitätsraten auf als der Nordosten. Florianópolis in Santa Catarina gilt mit einer Mordrate von 10,0 pro 100.000 Einwohner als sicherste Hauptstadt, gefolgt von São Paulo (11,8), Brasília (14,3) und Cuiabá (16,2).

Was sollte man in Brasilien vermeiden?

Nachts allein in unsichere Viertel zu gehen oder im Dunkeln am Strand spazieren zu gehen, ist keine gute Idee. Wertsachen sollten nicht offen gezeigt werden. Favelas sollte man nur mit ortskundiger Begleitung betreten. Für Autofahrer gilt ein striktes Alkoholverbot von 0,0 Promille, und das Baden „oben ohne“ sowie FKK sind verboten.