Die Geschichte von Brasilien

Die Historie von Brasilien beginnt vor 10.000 Jahren durch erste Besiedlung. Entscheidender Impuls ist die Entdeckung durch die Europäer im ausgehenden 15. Jahrhundert.

Historische Aufnahmen von Brasilien aus dem Jahre 1862

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Zu diesem Zeitpunkt war Brasilien von Hochkulturen wie Inkas und Mayas besiedelt. Spanier und Portugiesen konkurrierten um die Vorherrschaft. Im Vertrag von Tordesilhas im Jahre 1494 wurde Südamerika nach einer spanischen sowie portugiesischen Interessensphäre abgeschichtet.

Das 16. Jahrhundert war von Erkundungen und Berührungen mit den Einheimischen geprägt. Siedler eroberten das Land, legten Zuckerrohrplantagen an, für die Eingeborene verschleppt wurden. Weil viele Indios durch Krankheiten und erbärmliche Arbeitsbedingungen starben, wurden sie durch Sklaven aus Westafrika ersetzt. Im Jahre 1549 wurde die Küstenstadt Salvador da Bahia zur Hauptstadt ernannt. Ansonsten erlebte Brasilien im 17. Jahrhundert eine Blütezeit, was auf die Erschließung von Gold-und Diamantenminen im Amazonasgebiet zurückzuführen war. Innenpolitisch kam es zu Unruhen im Zuge der Quilombos-Aufstände.

Historische Aufnahme von Sao Paulo aus dem Jahre 1887

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Im Jahre 1763 wurde Rio de Janeiro Hauptstadt. Im ausgehenden 18. Jahrhundert kam es 1792 zum Tirandentes-Aufstand, in dem sich der Offizier und seine Mitstreiter erhoben. Anlass waren die hohen Abgaben an das Mutterland. Der Aufstand wurde niedergeschlagen, Tiradentes hingerichtet, als Nationalheld verehrt.

Unter Napoléon fielen 1807 französische Truppen in Portugal ein, woraufhin der portugiesische König Joao VI. nach Brasilien flüchtete und ihm im Verhältnis zum Mutterland Gleichberechtigung verschaffte.

Der Nachfolger Joaos, sein Sohn Pedro, verkündete am 7. September 1822 die Unabhängigkeit Brasiliens und krönte sich am 22. September zum Kaiser. Die folgenden Jahre waren von Kriegen mit Argentinien sowie innenpolitischen Wirren wie die Abspaltung von Uruguay 1828 bestimmt. Nach einem Militäraufstand dankte Pedro I. 1831 ab. Mit der Krönung seines Sohnes Pedro II. setzte das zweite Kaiserreich 1840 ein. Die Wirren setzten sich mit dem Krieg gegen Paraguay im Jahre 1864 fort. Gleichzeitig ermöglichte der Kautschukboom wirtschaftliches Wachstum. Nachbesserungen an der Verfassung sowie der Bann der Sklaverei 1888 ebneten durch Putsch und Abdankung am 15. November 1889 den Weg zur Republik, die am 24. Februar 1891 ausgerufen wurde.

Historische Aufnahme aus dem Jahre 1914 von Brasilien

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Im 20. Jahrhundert beteiligte sich Brasilien auf Seiten der Alliierten, auf Grund der Lage nur peripher, an den Weltkriegen. Die Wirtschaft des Landes war von den Kaffeepreisen abhängig. Unter den widrigen Bedingungen der Weltwirtschaftskrise ernannte sich Getúlio Vargas zum Präsidenten, was sich in den Wahlen in den nächsten Jahren bestätigt wurde. Die Politik war stark von den USA abhängig, die immer wieder unmittelbar oder mittelbar intervenierten. Vargas beging 1954 Selbstmord. 1960 setzte die Demokratie mit dem Präsidenten Jânio da Silva Quadros ein, der die Abhängigkeit zu minimieren und die Wirtschaft zu stärken suchte. Zwischen 1964 und 1985 erlebte Brasilien eine weitere Diktatur. Im Jahre 1990 wurde Fernando Collor de Mello zum demokratischen Präsidenten gewählt. Bis ins 21. Jahrhundert spielen Abbau der Staatsverschuldung und Einführung sozialer Programme zur Gestaltung einer fairen Gesellschaft die Hauptrolle.



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KW 26 - Mittwoch, 28. Juni 2017
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